Lernwerkzeuge


Lernwerkzeuge zur Wiederherstellung von Kontakt in Verbindung

Kenntnisse des autonomen Nervensystems auf Basis der Polyvagal-Theorie (Stephen W. Porges) lässt dich deine autonomen, manchmal schwer nachvollziehbaren, Reaktionen auf alltägliche Situationen besser verstehen. Viele Stress-Zustände wie chronische körperliche Verspannungen, psychische und mentale Schwierigkeiten können einem deregulierten autonomen Nervensystem zugeordnet werden. Ein dereguliertes Nervensystem bedeutet, dass du entweder in einer Kampf/Flucht-Reaktion oder einem Zustand der Handlungsunfähigkeit oder Dissoziation (Todstell-Reflex) gefangen bist. Dadurch bist du nicht fähig dich auf soziale Interaktion einzulassen oder offen für Neues zu sein. Durch Wahrnehmen und «kartografieren» der verschiedenen Zustände lernst du durch dein Nervensystem zu navigieren und Zustände der Regulation – der sozialen Interaktion – herzustellen.

 

Das Beziehungsverhalten durch Wahrnehmen von Grundbedürfnissen reflektieren und aktualisieren. Die ressourcenorientierte Methode NARM (NeuroAffective Relational Model TM) von Laurence Heller und Aline Lapierre beschreibt 5 solcher Grundbedürfnisse: Kontakt, Einstimmung, Vertrauen, Autonomie und Liebe/Sexualität. Werden diese in der kindlichen Entwicklung nicht ausreichend genährt, entwickelst du Überlebensstrukturen um den erfahrenen Mangel zu kompensieren. Dadurch verzerren sich deine Erfahrungen in der Gegenwart. Durch Wahrnehmen und Erforschen deiner eigenen Überlebensstrategien kannst du beginnen neue Beziehungserfahrungen zu gestalten, was zu mehr Lebendigkeit führt.

 

Einfache Körperübungen unterstützen dich, deinen Körper wahrzunehmen und in ihm Platz zu nehmen. Mit einfachen Körperübungen lernst du dein Nervensystem zu regulieren oder dich aus schwierigen emotionalen Zuständen hinaus zu bewegen.

Ehrliches Mitteilen auf der körperlichen, emotionalen und mentalen Ebene. Das ist ein weiteres Werkzeug, das dir hilft dein Nervensystem zu regulieren und mehr Kontakt und Verbindung herzustellen. So wächst du in die Erfahrung hinein, dass Offenheit zu mehr Selbstvertrauen und Stärke führt. Wir werden das ehrliche Mitteilen in der Form anwenden, wie es von Gopal Norbert Klein in seinem «lokalen Gruppen-Prozess» vorgeschlagen wird. So kannst du Erfahrungen damit sammeln und selbst in deinem Umfeld solche Gruppen anbieten. Andererseits vertiefst du in der Schule immer mehr deine Selbstwahrnehmung und lernst authentisch das mitzuteilen, was im Moment in dir abläuft.

 

Projektionen erkennen und auflösen. Projektion ist der Versuch deines Geistes, gestaute mentale und emotionale Energien wieder ins Fliessen zu bringen. Insofern sind Projektionen auch Türen, die dir den Weg in die Freiheit zeigen. Je mehr du beginnst, deine inneren Zustände mitzuteilen und auszudrücken, desto weniger hast du es nötig zu projizieren. Was es braucht, ist der Mut, deine Projektion einem Realitätscheck zu unterziehen. Das tust du, indem du lernst die Projektion anzusprechen. Projektionen zu erkennen lehrt dich mehr und mehr im gegenwärtigen Augenblick zu leben und dem Ruf des Lebens zu folgen und handlungsfähig zu bleiben.

 

Zuhören. Mit deinem Herzen ganz Ohr sein. Jemandem zuzuhören während du ganz bei dir und in deinem Herzen ruhst ist etwas sehr Wertvolles, dass du geben kannst. Eine gute Zuhörer*in ist jemand, der sich leer machen und Raum für das Gegenüber schaffen kann und dabei 100% präsent zu sein. An der Schule lernen wir mit dem Herzen zuzuhören. Du lernst hinter die Worte, hinter die Färbungen der Stimme zu horchen, und deinen ganzen Körper als Hörorgan einzusetzen. So nimmst du wahr, was das Herz deines Gegenübers dir anvertraut. Zuhören heilt.



Werkzeuge für die Kreativität als schöpferische Kraft

Kreativer Ausdruck als Form der Kommunikation. Im Wesentlichen geht es darum Spuren zu hinterlassen, die du anschliessend lesen lernst. Im kreativen Ausdruck gehst du auf Spurensuche. Du pirscht dich sozusagen selber an. Insofern ist der kreative Ausdruck auch Werkzeug zur Selbsterforschung. Du bewegst deinen Körper, lässt deine Stimmbänder vibrieren, verwendest Pinsel und Farben, Papier und Bleistift, jonglierst mit Buchstaben und Wörtern, formst Gedanken zu Zeichen,  und gestaltest Skulpturen und Installationen. So kommunizierst du mit deiner Mitwelt und trittst in Kontakt mit deiner schöpferischen Kraft.

 

Selbsterforschung befasst sich mit der Frage «wer bin ich?» Doch diese Frage kannst du nicht allein im Kopf, mit intellektuellen oder spirituellen Konzepten beantworten. Für die ganzheitliche Erfahrung braucht es die Ergänzung im Kontakt mit einem Du. In Kontakt sein ist in Verbindung sein, mit deinem Da-Sein hier auf diesem Planeten, deinen Mitmenschen und natürlich mit dir selber. Wenn du ganz in Verbindung mit dir bist, bist du in Kontakt mit deinem Wesenskern und dieser ist der Schlüssel zur Erkenntnis der Frage des ICH BIN. Selbsterforschung, wie wir sie in der Schule praktizieren,  geschieht durch geistiges Forschen und die Erfahrung von Kontakt und Verbindung.

Die Intuitive Bewegungspraxis ermöglicht dir, deine Bewegungsmuster und die Energien, die durch deinen Körper strömen zu erforschen. Es ist eine Form von achtsamer Bewegungsmeditation. Dabei lässt du dich aus deinem körperlichen und emotionalen Zustand im Moment führen. Du lernst eigene Bewegungsabfolgen zu entwickeln die dich unterstützen Energieblockaden im Körper zu lösen. Dadurch erweiterst du dein Körperbewusstsein.

 

Stille Meditation dient dazu, dich immer wieder ganz im Moment zu sammeln. Es ist ein hingebendes Warten das jederzeit bereit ist, ohne Erwartungen, zu empfangen.

 

Sobald eine Vision steht, ist der nächste Schritt die Kraft der Vision zu nutzen. Durch wiederholtes Visualisieren und dich Hineinfühlen in deine Vision nährst und bekräftigst du sie. Durch diese Meditation wird deine Vision zu einer Kraft, die dich immer wieder zum nächsten Schritt in ihrer Umsetzung führt.



Werkzeuge für Kooperation und ein neues Miteinander

Wertschätzung für das was du bist – Vom tun müssen zum tun wollen. Eine Erziehung, ein Bildungssystem und eine Berufswelt, die dich zu wenig wertschätzt für das was du bist und dich stattdessen belohnt oder bestraft für das was du tust, trennt dich von deinem natürlichen Aufeinander-Eingestimmt-Sein. Das ist der Nährboden für viele unserer weltweiten Probleme und führt direkt ins Hamsterrad von Konkurrenz und Wettbewerb. An der Schule rücken wir die Wertschätzung für das, was du bist in den Vordergrund. Dadurch lernst du, dich immer mehr jenseits aller möglichen Bedingungen anzunehmen. Du lernst, die auf Leistung fixierte Fehlidentifikation hinter dir zu lassen und das, was du tust, aus Freude zu tun. So schaffst du die Grundlage für Kooperation und ein neues Miteinander.

Umlernen bedeutet immer wieder inne zu halten und dein Handeln zu reflektieren: in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Umgang mit dir selber und mit unseren natürlichen Ressourcen. Hältst du inne, bist du fähig jederzeit die Richtung deines Weges zu ändern.

 

Soziokratische Entscheidungsfindung. Selbst in basisdemokratischen Prozessen gibt es immer Gewinner und Verlierer. Was die soziokratische «Entscheidung» ausmacht ist die gemeinsame Meinungsbildung , die Integration von Einwänden (Gegenstimmen) und der Konsent. Konsent heisst: alle Beteiligten können mit dem Vorschlag leben und haben keinen schwerwiegenden Einwand im Hinblick auf das gemeinsame Ziel.